Trauriger Tochtertag

 

Heute ist Tochtertag. Ich bin bei der Arbeit und bekomme ein eMail von einem Mädchen. Es schreibt, dass es heute die eMails für den Vater erledigen würde, weil heute Tochtertag sei. Es dürfe den Vater bei der Arbeit besuchen und mithelfen. Meine Tochter ist nicht bei mir. Ich darf meine Tochter vier Tage im Monat sehen. Mehr nicht. Das stimmt mich traurig. Das stimmt meine Tochter traurig.

Heute war ich schnell in der Schule. Das ist ein Ort, an dem ich meine Tochter sehen darf. Nebst den vier Tagen im Monat. Meine Tochter freut sich über die Besuche in der Schule.  

Ich freue mich auf die zwei Wochenenden im Monat, an denen ich meine Tochter sehen darf. Wir unternehmen viel. Wir kochen zusammen. Manchmal sind wir zusammen traurig. 

Ich wurde „entsorgt“. Das heisst, die Schweizer Justiz hat mir das naturgegebene Sorgerecht für meine Tochter weggenommen. Das Gesetz behandelt mich so. Bin ich ein Verbrecher? Habe ich meine Tochter misshandelt? War ich ein schlechter Vater? – Wickeln, spielen, Geschichten erzählen, Kinder baden und ins Bett bringen, nachts aufstehen, lehren und lernen war meine tägliche Aufgabe. Ich wurde unschuldig zu vier Tagen pro Monat mit meiner Tochter verurteilt.  

Ich bin geschieden. Meine Frau hat mich verlassen. Meiner Tochter hat sie den Vater entrissen. Moderne Zeit, es gibt das gemeinsame Sorgerecht, möchte man sagen. Weit gefehlt. Es gibt kein funktionierendes gemeinsames Sorgerecht in der Schweiz. Es funktioniert nur, wenn beide Elternteile das wollen. Wenn „nur“ der Vater und das Kind ein gemeinsames Sorgerecht wünschen, bekommt die Mutter das alleinige Sorgerecht.  

In den Medien liest man oft über die schlechte Zahlungsmoral von Vätern. Wer nicht zahlt, dem wird mit Gefängnis gedroht. Von Verpflichtungen und Verantwortung ist die Rede. Materiell – versteht sich. Die nicht materiellen Verpflichtungen des Vaters werden auf vier Tage pro Monat beschränkt...  

Mütter bezahlen aus den Alimenten die Krippe. Ich sitze zu Hause. Meine Tochter ist in der Krippe. Es gäbe so vieles zu erleben - gemeinsam. 

Unsere Gesetze machen die Schweiz zu einer vaterlosen Gesellschaft. Die Scheidungsrate liegt bei 44 %! Wir müssen die Gesetze ändern. Wir sind die Gesellschaft. Wir haben die Macht unsere Gesetze selber zu gestalten. Für das Wohl unserer Kinder und ihr Recht, nicht in einer vaterlosen Gesellschaft aufwachsen zu müssen. 

Ein Vater für miserable Situation vieler Väter und Kinder