Leserbrief zu „Impulse zum Vatersein“

 

Ich habe mich sehr über den Artikel „Impulse zum Vatersein“ gefreut. Engagiere ich mich doch und möchte ein Vater sein, der seine Kinder kennt, ihnen etwas mitgeben kann und von ihnen lernt. Meine tägliche Aufgabe zu wickeln, zu spielen, Geschichten zu erzählen, Kinder zu baden und ins Bett zu bringen nehme ich ernst. Ich bin der Meinung, dass die Zeiten endgültig vorbei sind, dass die Mutter zu Hause ist und der Vater der auswärtigen Arbeit nachgeht und Kinder als die Störenfriede des Feierabends betrachtet. Väter sollen trotz Erwerbstätigkeit im Familienleben stark präsent sein. Glücklicherweise gibt es diese Väter je länger je häufiger und sie werden durch „Impulse zum Vatersein“ noch gefördert.

 

Jedoch gibt es die herrschende Gesetzgebung zu bedenken, welche das Vatersein im Falle einer Scheidung zur Hölle für Kinder und Väter werden lassen. Es muss nicht sein. Die Scheidungsrate in der Schweiz liegt aber bei 44 %. Die Wahrscheinlichkeit ist somit gross, dass eine Scheidung eintritt. Die Kinder werden dem Vater entrissen. Die Scheidung findet nicht nur zwischen den Eltern statt, sondern die Mutter scheidet auch Vater und Kinder. 80 % der Scheidungen werden durch Frauen in die Wege geleitet. Sie haben nichts zu verlieren. Der Mann zahlt – auch während die Frau wieder eine neue Beziehung hat – und die Kinder werden in den meisten Fällen der Mutter zugesprochen. Das Gesetz gibt den Müttern die Macht, die zuvor so engagierten Väter nun mit den Kindern zu erpressen. Ein Widerspruch. Einerseits die Förderung zum „Vatersein“, andererseits die stockkonservative Gesetzgebung, dass nur die Mutter für die Kinder sorgen kann.

 

Die Mutter bekommt nicht nur das alleinige Sorgerecht, sondern „sorgt“ oft auch durch Beeinflussung dafür, dass das Kind sein Besuchsrecht mit dem Vater nicht mehr ausüben möchte. Und dies alles unter der Devise „zum Wohl des Kindes“. Eine „vaterlose Gesellschaft“ wächst heran und ist bereits Teil der Wirklichkeit, wenn man bedenkt wie stark die Lobby der „Alleinerziehenden“ ist. Wie verhalten sich diese Tatsachen zur Aussage im erwähnten Artikel, dass „im Lebensalltag erfahrbare Väter für die Kinder unersetzliche Identifikationsfiguren seien“?

 

Eine gesunde parallele Entwicklung sind die „Impulse zum Vatersein“ auf der einen und das gesetzliche Pendant, nämlich die gemeinsame elterliche Sorge als Regelfall auf der anderen Seite. Als Erklärung: Das gemeinsame Sorgerecht existiert zwar theoretisch im Gesetz. Wenn jedoch „nur“ Kind und ein Elternteil das gemeinsame Sorgerecht wünschen, wird es nicht gutgeheissen. Dem nicht obhutsberechtigten Elternteil wird das naturgegebene Sorgerecht für das Kind entzogen. Nebenbei ist die „Entsorgung“ des nicht obhutsberechtigten Elternteils nach der Scheidung eine Verletzung des Gleichheitsgebotes zwischen Mann und Frau gemäss Bundesverfassung.

 

Mit der gemeinsamen elterlichen Sorge als Regelfall kann die mütterliche „Hoheit“ über die Kinder aufgeweicht werden und somit wäre der Weg frei für mehr Vernunft nach einer Scheidung in der Beziehung zwischen Mutter, Vater und Kindern ohne Machtgefälle.